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Jahresberichte unserer Gruppe 2004 Den Schwerpunkt unserer Gifhorner ai-Gruppe bildete im Jahr 2004 unser Engagement für Uganda, wo viele unfaire Gerichtsverhandlungen beobachtet wurden und es in etlichen Fällen erhebliche Zweifel an der Schuld der Verurteilten gibt. Ein Beispiel ist Edward Mpagi. Er wurde wegen Mordes zum Tode verurteilt. Als sich herausstellte, dass der vermeintlich Ermordete noch lebt, wurde wegen eines anderen Verbrechens wiederum ein Todesurteil verhängt. In diesem Fall gibt es jedoch eine gute Nachricht: Inzwischen wurde Edward Mpagi wegen erwiesener Unschuld freigelassen. Öffentlich präsent waren wir 2004 natürlich wieder mit unseren Infoständen auf dem Wochenmarkt. Dabei hatten wir unter anderem die Schwerpunkte "Aktion "4 pro Jahr"" sowie das 20jährige Jubiläum unserer Gruppe. Zudem hatten wir im Speicherhofcafe eine öffentliche Lesung der früheren ugandischen Kindersoldatin China Keitetsi aus ihrem Buch: "Sie nahmen mir die Mutter und gaben mir ein Gewehr". Parallel zur Lesung haben wir im Speicherhofcafe eine Fotoausstellung zum Thema "Kindersoldaten" gezeigt. Als Folge der Lesung hat die Grußendorfer Künstlerin Elke Georg-Schumacher unserer Gruppe ihr Gemälde geschenkt, dass einen Kindersoldaten zeigt. Außerdem haben wir unsere Gruppenarbeit im Rahmen eines "Gottesdienst anders" in Isenbüttel und bei einem Vortrag bei der Gruppe "Inner Wheel" (Damen der Rotarier) präsentiert. Gut besucht war auch ein Benefizkonzert des Gifhorner Gospelchores und der Bigband "Rainbow Connection" aus Leiferde" in der Nicolaikirche am 3. Oktober. Auch in diesem Jahr haben wir wieder auf dem Weihnachtsmarkt eine Bude belegt und Spenden gesammelt, und zwar in der Woche vom 6. bis 11. Dezember. Zum Schluss möchte ich Ihnen eine kleine "Personalie" nicht vorenthalten: Unsere Gruppensprecherin Silke Schnau hat am 19. Oktober ihr zweites Kind zur Welt gebracht. Sie hatte sich deshalb eine kleine "Auszeit" erbeten, während der ich ihre Aufgaben wahrgenommen habe. Michael Reich (stv. Gruppensprecher) 2005 Das Engagement für Uganda, wo die Todesstrafe für relativ geringe Delikte verhängt wird, stand auch 2005 weiter im Mittelpunkt unserer Arbeit (siehe 2004). Auch in diesem Jahr haben wir wieder mit öffentlichen Aktionen auf uns und unsere Arbeit aufmerksam gemacht. Auftakt war im Februar die Lesung aus Briefen der Geschwister Scholl mit dem Schauspieler Eckart Dux und seiner Frau Marlies in der Stadtbücherei. Im September haben vier Mitglieder unsere Gruppe bei Radio Okerwelle in der "Wunschkiste" vorgestellt. In Zusammenarbeit mit der Gruppe "Kreuzpunkt Kultur" zeigten wir in Isenbüttel den Film "Osama" über ein Mädchen aus Afghanistan, das sich zu Zeiten der Taliban-Herrschaft als Junge verkleidet, um arbeiten und so mithelfen zu können, das Existenzminimum seiner Familie zu sichern. Der jüngste Höhepunkt unserer Öffentlichkeitsarbeit war ein Konzert von Lehrern und Schülern der Kreismusikschule im November im Saal der Musikschule. Über unsere Arbeit in Gifhorn hinaus haben wir uns mittelfristig das Ziel gesetzt, die vor einigen Jahren "eingeschlafene" Wolfsburger amnesty-Gruppe wieder zu beleben. Deshalb waren wir bei der in Wolfsburg traditionell gut besuchten 1.Mai-Kundgebung in der Fußgängerzone mit einem Infostand vertreten. Im Sommer präsentierten wir im Foyer des Wolfsburger Rathauses die Ausstellung "Nein" mit eindringlichen Zeichnungen von Dr. Wegener aus Wolfenbüttel zum Thema "Gewalt". Hinzu kamen ein Infostand im August und eine Autorenlesung mit Hilka Koch (Bad Zwischenahn) und Rahel R. Mann (Israel) im November, die in Zusammenarbeit mit dem Wolfsburger Verein für Kinder- und Jugendliteratur stattfand. Die Werbung von Mitgliedern aus dem Raum Wolfsburg gestaltet sich jedoch recht schwierig. Eine Neuerung gab es in diesem Jahr auf dem Gifhorner Weihnachtsmarkt: Statt für eine Woche eine Bude zu belegen, haben wir diesmal an den Advents-Samstagen an einem Infostand Spenden und Unterschriften gesammelt. Silke Schnau (Gruppensprecherin) 2006 Unser Engagement für Uganda ist in diesem Herbst ausgelaufen. Wir haben einen neuen Fall beantragt und sind gespannt, welche Aufgabe uns zugeteilt wird. Auch in diesem Jahr haben wir wieder nicht nur mit häufigen Infoständen in der Fußgängerzone sondern durch verschiedene andere öffentliche Aktionen auf uns aufmerksam gemacht: Bei einem politischen Dämmerschoppen im Rahmen der Volkshochschule zeigten wir Lichtbilder über ai und stellten unsere Gruppenarbeit vor. Beim internationalen Frauenfest im Foyer der Stadthalle sammelten wir Unterschriften unter Briefe, in denen Menschenrechtsverletzungen an Frauen angeprangert wurden. In der deutsch-italienischen Gesamtschule Wolfsburg informierten wir 14jährige Schüler über die Menschenrecht und ai. Mit einem Infostand unterstützten wir die Aktion "Abpfiff- Schluss mit Zwangsprostitution", die besonders im Zusammenhang mit der Fußball-Weltmeisterschaft auf Frauenhandel hinwies. Wir verkauften auf dem Bücherflohmarkt in Steinhorst Bücher zugunsten von ai. Unter dem Motto: "Unsere Bücher bekommen Sie geschenkt, die Menschenrechte jedoch nicht" verschenkten wir in der Fußgängerzone Bücher - und erhielten dafür Spenden. Ein Benefizkonzert der Gifhorner Musikgruppe "Saitensprung" in der Scheune des Hotels "Deutsches Haus" Anfang November war erfreulich gut besucht. Wie bereits 2005 waren wir auch in diesem Jahr drei mal mit einem Infostand auf dem Weihnachtsmarkt präsent, um Spenden und Unterschriften zu sammeln. Silke Schnau (Gruppensprecherin) 2007 Nachdem unser Engagement für Uganda ausgelaufen ist, haben wir leider noch keinen neuen Fall von der Zentrale in Berlin erhalten. Der Grund dafür sind Umstrukturierungsmaßnahmen bei amnesty international, durch die künftig alle Gruppen Zugang zum nichtöffentlichen Intranet erhalten und auf diesem Wege immer mit aktuellsten Daten über ihre Fälle versorgt werden sollen. Aber auch ohne einen eigenen Fall hatten wir im Jahr 2007 genug zu tun und haben zum Beispiel wieder mit Infoständen in der Fußgängerzone auf uns aufmerksam gemacht. Besonders erfolgreich war dabei unsere Unterschriftensammlung während der aktuellen Unruhen in "Myanmar/Birma". Bei der "ersten Gifhorner Beatnight" der Kreismusikschule im Oktober haben drei Bands zugunsten von amnesty international gespielt. Am 10. Dezember um 18.30 Uhr eröffneten wir im Rathaus die Ausstellung "NEIN" mit Zeichnungen über Menschenrechtsverletzungen von Dr. Wegner aus Wolfenbüttel. Herr Heinze, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Gifhorn, hat die Gäste begrüßt und ich habe dann die Ausstellung erläutert. Auf dem Gifhorner Weihnachtsmarkt waren wir an drei Samstagen jeweils von 10.30 bis 12.30 Uhr in der Nähe der Ziegenplastik mit einem Infostand präsent, um Unterschriften unter eine Petition an die Regierung von Nigeria zu sammeln, wo Schülerinnen von Polizisten vergewaltigt worden waren. Alle Unterzeichner forderten, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden. Silke Schnau (Gruppensprecherin) 2008 Wie wir im letzten Jahr berichteten, wurde die Fallakte Uganda geschlossen und wir bekamen einen neuen Fall aus Gujarat, Nordindien. Auf Grund einiger Zeitungsartikel, in denen wir Englischübersetzter suchten, bekamen wir von neun Übersetzern Antwort. Darüber haben wir uns sehr gefreut. Doch die Recherche nach Fakten, Berichten und Adressen hat uns sehr lange in Anspruch genommen. Erst in diesem Halbjahr konnten wir mit den Briefen anfangen. (Siehe dazu "Unser aktueller Fall" ) Dieses Jahr waren Christel Friedrich und ich sehr viel an Schulen, um die Arbeit von Amnesty International vorzustellen und die jungen Menschen für die Menschenrechte zu sensibilisieren. In der BBS II Gifhorn und in der Hoffmann-von-Fallersleben-Realschule in Fallersleben konnten wir die Ausstellung "NEIN - gegen Unrecht und Gewalt" von Dr. Dietrich Wegner zeigen und einige Unterrichtseinheiten bestreiten. Auch an der Oskar-Kämmer-Schule durften wir den Unterricht gestalten. Im Juni gedachten wir den 19.Jahrestag der Niederschlagung der Aufstände auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking mit einer Lesung. Wir konnten die Landrätin Marion Lau und die Vorsitzende des Kulturvereins Gifhorn Britta Scheller gewinnen, für uns zu lesen. Peter Sammann unterstützte uns musikalisch. Gelesen wurden Texte zeitgenössischer Schriftsteller aus Deutschland und China, die den chinesischen Alltag schildern. Auch in diesem Jahr standen wir regelmäßig in der Fußgängerzone mit unserem Infotisch. Schwerpunkt waren die Olympischen Spiele in Peking. Doch wir mussten feststellen, dass die Spendenbereitschaft der Bevölkerung massiv zurückgegangen ist. Manchmal bekamen wir das Porto für die unterschriebenen Appellbriefe nicht durch Spenden zusammen. Auch beim diesjährigen Gifhorner Weihnachtsmarkt waren wir an den meisten Adventssamstagen von 10.30 bis 12.30 Uhr mit einem Infotisch präsent. Dieses Jahr feierten wir 60 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Dies haben wir zum Anlaß genommen, um am 10. Dezember um 17 Uhr an der weltweiten Lichter-Aktion von amnesty International teilzunehmen. Wir verteilten auf dem Marktplatz vor dem Gifhorner Rathaus an Interessierte Teelichter, die auf dem Platz zu einer 60 gestellt wurden. 30 Prominente des Landkreises Gifhorn haben während der Aktion je einen der 30 Menschrechtsartikel vorgelesen. Und wir verteilten kleine Heftchen mit der Menschenrechtserklärung. Silke Schnau (Gruppensprecherin) 2009 Dieses Jahr war ein sehr trauriges Jahr, aber auch ein Jahr mit vielen nachhaltigen Umbrüchen. Wir mussten von Christel Friedrich Abschied nehmen. Sie starb am 6. Juli nach langer schwerer Krankheit. Statt Blumen gingen sehr viele Spenden zu Gunsten von AMNESTY INTERNATIONAL ein. Durch Christel Friedrichs Tod war die Sorge sehr groß, dass unsere Gruppe sich langsam auflösen würde. Wir saßen plötzlich nur noch zu dritt am Tisch. Uns wurde klar, dass wir Neuerungen brauchen: Wir konnten diese Gruppe, die seit 25 Jahren besteht, nicht sterben lassen. Das sind wir Christel schuldig. Wir beschlossen, unsere Gruppentreffen an einen Ort zu verlegen, an dem wir mehr in der Öffentlichkeit präsent sind. Wir fanden eine neue Heimat in der Kreisvolkshochschule Gifhorn. Wir sind nun auch im KVHS-Katalog als Arbeitsgemeinschaft AMNESTY INTERNATIONAL vertreten. Für die neue Heimat bedanken wir uns sehr herzlich bei der KVHS. Unser Fall der jungen Mutter Bilqis Bano aus Gujarat, Indien, ruht seit Beginn des Jahres. Es wurden 14 Verdächtige zu hohen Haftstrafen verurteilt. Deshalb beschlossen wir, eine neue Fallakte zu übernehmen. Wir bekamen eine Akte aus Laos, wo fünf Protestler seit zehn Jahren inhaftiert sind. Vor zehn Jahren wurden sie verhaftet, als sie gerade Poster entrollten. Sie verschwanden mehrere Jahre. Erst durch intensive Befragung einer laotischen Delegation, die das Europäische Parlament besuchte, erfuhr man, dass alle fünf Protestler zu zehn Jahren Haft verurteilt worden waren. Einer der Inhaftierten soll bereits durch Folter verstorben sein. AMNESTY INTERNATIONAL betrachtet die Inhaftierten als gewaltlose politische Gefangene und fordert die sofortige und bedingungslose Freilassung. Wir verleihen dieser Forderung Nachdruck durch intensives Briefeschreiben an die laotische Regierung, europäische und deutsche Politiker, Menschenrechtsbeauftragte, etc. Christel Friedrich war seit Beginn ihrer Mitgliedschaft bei AI verantwortlich für die Pressearbeit. Durch intensive Mundpropaganda konnten wir Petra Otte als Nachfolgerin gewinnen. Darüber sind wir sehr dankbar und glücklich. Ende April waren Christel Friedrich und ich an der Realschule Meinersen in zwei Klassen, wo wir den Unterricht gestalten durften und über die Arbeit von AMNESTY INTERNATIONAL berichteten. Wir suchen nun jemanden, der bereit und interessiert ist, Jugend- und Erwachsenenbildung mit mir zusammen durchzuführen. Wir gehen in Klassen ab Jahrgang 7 bis in die Erwachsenenbildungseinrichtungen. Konkret haben wir die Anfrage einer 12. Klasse des Theodor-Heuss-Gymnasiums in Wolfsburg. Auch in diesem Jahr standen wir regelmäßig in der Fußgängerzone mit unserem Infotisch. Doch wir mussten feststellen, dass die Spendenbereitschaft der Bevölkerung massiv zurückgegangen ist. Manchmal bekamen wir das Porto für die unterschriebenen Appellbriefe nicht durch Spenden zusammen. Im April luden wir unsere UA-Schreiber aus Gifhorn und Wolfsburg zu einem Info- und Austauschabend ins Speicherhof-Café ein. Dieser Abend war sehr gut besucht und sehr anregend, so dass wir beschlossen haben, dies jährlich zu wiederholen. Unser Höhepunkt des Jahres war das Benefiz-Konzert "Just like Johnny Cash" mit Heinrich Wulfes in der Scheune des Deutschen Hauses am Vorabend des 6. Todestages von Johnny Cash am 11. September. Wir mussten sogar Gäste wegen Überfüllung abweisen. Das Konzert war sehr schön und berührend. Heinrich Wulfes zog die Zuhörer in seinen Bann und machte aus dem Konzert ein einmaliges Erlebnis. Die Gäste zollten dies mit sehr großzügigen Spenden. Silke Schnau (Gruppensprecherin) |
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