amnesty international Gruppe 1181 Gifhorn



ai-Kerze
Jahresberichte unserer Gruppe

2004

Den Schwerpunkt unserer Gifhorner ai-Gruppe bildete im Jahr 2004 unser Engagement für Uganda, wo viele unfaire Gerichtsverhandlungen beobachtet wurden und es in etlichen Fällen erhebliche Zweifel an der Schuld der Verurteilten gibt. Ein Beispiel ist Edward Mpagi. Er wurde wegen Mordes zum Tode verurteilt. Als sich herausstellte, dass der vermeintlich Ermordete noch lebt, wurde wegen eines anderen Verbrechens wiederum ein Todesurteil verhängt. In diesem Fall gibt es jedoch eine gute Nachricht: Inzwischen wurde Edward Mpagi wegen erwiesener Unschuld freigelassen.

Öffentlich präsent waren wir 2004 natürlich wieder mit unseren Infoständen auf dem Wochenmarkt. Dabei hatten wir unter anderem die Schwerpunkte "Aktion "4 pro Jahr"" sowie das 20jährige Jubiläum unserer Gruppe. Zudem hatten wir im Speicherhofcafe eine öffentliche Lesung der früheren ugandischen Kindersoldatin China Keitetsi aus ihrem Buch: "Sie nahmen mir die Mutter und gaben mir ein Gewehr". Parallel zur Lesung haben wir im Speicherhofcafe eine Fotoausstellung zum Thema "Kindersoldaten" gezeigt. Als Folge der Lesung hat die Grußendorfer Künstlerin Elke Georg-Schumacher unserer Gruppe ihr Gemälde geschenkt, dass einen Kindersoldaten zeigt.

Außerdem haben wir unsere Gruppenarbeit im Rahmen eines "Gottesdienst anders" in Isenbüttel und bei einem Vortrag bei der Gruppe "Inner Wheel" (Damen der Rotarier) präsentiert. Gut besucht war auch ein Benefizkonzert des Gifhorner Gospelchores und der Bigband "Rainbow Connection" aus Leiferde" in der Nicolaikirche am 3. Oktober. Auch in diesem Jahr haben wir wieder auf dem Weihnachtsmarkt eine Bude belegt und Spenden gesammelt, und zwar in der Woche vom 6. bis 11. Dezember.

Zum Schluss möchte ich Ihnen eine kleine "Personalie" nicht vorenthalten: Unsere Gruppensprecherin Silke Schnau hat am 19. Oktober ihr zweites Kind zur Welt gebracht. Sie hatte sich deshalb eine kleine "Auszeit" erbeten, während der ich ihre Aufgaben wahrgenommen habe.

Michael Reich
(stv. Gruppensprecher)


2005

Das Engagement für Uganda, wo die Todesstrafe für relativ geringe Delikte verhängt wird, stand auch 2005 weiter im Mittelpunkt unserer Arbeit (siehe 2004).

Auch in diesem Jahr haben wir wieder mit öffentlichen Aktionen auf uns und unsere Arbeit aufmerksam gemacht. Auftakt war im Februar die Lesung aus Briefen der Geschwister Scholl mit dem Schauspieler Eckart Dux und seiner Frau Marlies in der Stadtbücherei.

Im September haben vier Mitglieder unsere Gruppe bei Radio Okerwelle in der "Wunschkiste" vorgestellt. In Zusammenarbeit mit der Gruppe "Kreuzpunkt Kultur" zeigten wir in Isenbüttel den Film "Osama" über ein Mädchen aus Afghanistan, das sich zu Zeiten der Taliban-Herrschaft als Junge verkleidet, um arbeiten und so mithelfen zu können, das Existenzminimum seiner Familie zu sichern. Der jüngste Höhepunkt unserer Öffentlichkeitsarbeit war ein Konzert von Lehrern und Schülern der Kreismusikschule im November im Saal der Musikschule.

Über unsere Arbeit in Gifhorn hinaus haben wir uns mittelfristig das Ziel gesetzt, die vor einigen Jahren "eingeschlafene" Wolfsburger amnesty-Gruppe wieder zu beleben. Deshalb waren wir bei der in Wolfsburg traditionell gut besuchten 1.Mai-Kundgebung in der Fußgängerzone mit einem Infostand vertreten. Im Sommer präsentierten wir im Foyer des Wolfsburger Rathauses die Ausstellung "Nein" mit eindringlichen Zeichnungen von Dr. Wegener aus Wolfenbüttel zum Thema "Gewalt". Hinzu kamen ein Infostand im August und eine Autorenlesung mit Hilka Koch (Bad Zwischenahn) und Rahel R. Mann (Israel) im November, die in Zusammenarbeit mit dem Wolfsburger Verein für Kinder- und Jugendliteratur stattfand. Die Werbung von Mitgliedern aus dem Raum Wolfsburg gestaltet sich jedoch recht schwierig.

Eine Neuerung gab es in diesem Jahr auf dem Gifhorner Weihnachtsmarkt: Statt für eine Woche eine Bude zu belegen, haben wir diesmal an den Advents-Samstagen an einem Infostand Spenden und Unterschriften gesammelt.

Silke Schnau
(Gruppensprecherin)


2006

Unser Engagement für Uganda ist in diesem Herbst ausgelaufen. Wir haben einen neuen Fall beantragt und sind gespannt, welche Aufgabe uns zugeteilt wird.

Auch in diesem Jahr haben wir wieder nicht nur mit häufigen Infoständen in der Fußgängerzone sondern durch verschiedene andere öffentliche Aktionen auf uns aufmerksam gemacht: Bei einem politischen Dämmerschoppen im Rahmen der Volkshochschule zeigten wir Lichtbilder über ai und stellten unsere Gruppenarbeit vor. Beim internationalen Frauenfest im Foyer der Stadthalle sammelten wir Unterschriften unter Briefe, in denen Menschenrechtsverletzungen an Frauen angeprangert wurden. In der deutsch-italienischen Gesamtschule Wolfsburg informierten wir 14jährige Schüler über die Menschenrecht und ai. Mit einem Infostand unterstützten wir die Aktion "Abpfiff- Schluss mit Zwangsprostitution", die besonders im Zusammenhang mit der Fußball-Weltmeisterschaft auf Frauenhandel hinwies.

Wir verkauften auf dem Bücherflohmarkt in Steinhorst Bücher zugunsten von ai. Unter dem Motto: "Unsere Bücher bekommen Sie geschenkt, die Menschenrechte jedoch nicht" verschenkten wir in der Fußgängerzone Bücher - und erhielten dafür Spenden. Ein Benefizkonzert der Gifhorner Musikgruppe "Saitensprung" in der Scheune des Hotels "Deutsches Haus" Anfang November war erfreulich gut besucht.

Wie bereits 2005 waren wir auch in diesem Jahr drei mal mit einem Infostand auf dem Weihnachtsmarkt präsent, um Spenden und Unterschriften zu sammeln.

Silke Schnau
(Gruppensprecherin)


2007

Nachdem unser Engagement für Uganda ausgelaufen ist, haben wir leider noch keinen neuen Fall von der Zentrale in Berlin erhalten. Der Grund dafür sind Umstrukturierungsmaßnahmen bei amnesty international, durch die künftig alle Gruppen Zugang zum nichtöffentlichen Intranet erhalten und auf diesem Wege immer mit aktuellsten Daten über ihre Fälle versorgt werden sollen. Aber auch ohne einen eigenen Fall hatten wir im Jahr 2007 genug zu tun und haben zum Beispiel wieder mit Infoständen in der Fußgängerzone auf uns aufmerksam gemacht. Besonders erfolgreich war dabei unsere Unterschriftensammlung während der aktuellen Unruhen in "Myanmar/Birma". Bei der "ersten Gifhorner Beatnight" der Kreismusikschule im Oktober haben drei Bands zugunsten von amnesty international gespielt.

Am 10. Dezember um 18.30 Uhr eröffneten wir im Rathaus die Ausstellung "NEIN" mit Zeichnungen über Menschenrechtsverletzungen von Dr. Wegner aus Wolfenbüttel. Herr Heinze, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Gifhorn, hat die Gäste begrüßt und ich habe dann die Ausstellung erläutert.

Auf dem Gifhorner Weihnachtsmarkt waren wir an drei Samstagen jeweils von 10.30 bis 12.30 Uhr in der Nähe der Ziegenplastik mit einem Infostand präsent, um Unterschriften unter eine Petition an die Regierung von Nigeria zu sammeln, wo Schülerinnen von Polizisten vergewaltigt worden waren. Alle Unterzeichner forderten, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden.

Silke Schnau
(Gruppensprecherin)


2008

Wie wir im letzten Jahr berichteten, wurde die Fallakte Uganda geschlossen und wir bekamen einen neuen Fall aus Gujarat, Nordindien. Auf Grund einiger Zeitungsartikel, in denen wir Englischübersetzter suchten, bekamen wir von neun Übersetzern Antwort. Darüber haben wir uns sehr gefreut. Doch die Recherche nach Fakten, Berichten und Adressen hat uns sehr lange in Anspruch genommen. Erst in diesem Halbjahr konnten wir mit den Briefen anfangen. (Siehe dazu "Unser aktueller Fall" )

Dieses Jahr waren Christel Friedrich und ich sehr viel an Schulen, um die Arbeit von Amnesty International vorzustellen und die jungen Menschen für die Menschenrechte zu sensibilisieren. In der BBS II Gifhorn und in der Hoffmann-von-Fallersleben-Realschule in Fallersleben konnten wir die Ausstellung "NEIN - gegen Unrecht und Gewalt" von Dr. Dietrich Wegner zeigen und einige Unterrichtseinheiten bestreiten. Auch an der Oskar-Kämmer-Schule durften wir den Unterricht gestalten.

Im Juni gedachten wir den 19.Jahrestag der Niederschlagung der Aufstände auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking mit einer Lesung. Wir konnten die Landrätin Marion Lau und die Vorsitzende des Kulturvereins Gifhorn Britta Scheller gewinnen, für uns zu lesen. Peter Sammann unterstützte uns musikalisch. Gelesen wurden Texte zeitgenössischer Schriftsteller aus Deutschland und China, die den chinesischen Alltag schildern.

Auch in diesem Jahr standen wir regelmäßig in der Fußgängerzone mit unserem Infotisch. Schwerpunkt waren die Olympischen Spiele in Peking. Doch wir mussten feststellen, dass die Spendenbereitschaft der Bevölkerung massiv zurückgegangen ist. Manchmal bekamen wir das Porto für die unterschriebenen Appellbriefe nicht durch Spenden zusammen. Auch beim diesjährigen Gifhorner Weihnachtsmarkt waren wir an den meisten Adventssamstagen von 10.30 bis 12.30 Uhr mit einem Infotisch präsent.

Dieses Jahr feierten wir 60 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Dies haben wir zum Anlaß genommen, um am 10. Dezember um 17 Uhr an der weltweiten Lichter-Aktion von amnesty International teilzunehmen. Wir verteilten auf dem Marktplatz vor dem Gifhorner Rathaus an Interessierte Teelichter, die auf dem Platz zu einer 60 gestellt wurden. 30 Prominente des Landkreises Gifhorn haben während der Aktion je einen der 30 Menschrechtsartikel vorgelesen. Und wir verteilten kleine Heftchen mit der Menschenrechtserklärung.

Silke Schnau
(Gruppensprecherin)


2009

Dieses Jahr war ein sehr trauriges Jahr, aber auch ein Jahr mit vielen nachhaltigen Umbrüchen.

Wir mussten von Christel Friedrich Abschied nehmen. Sie starb am 6. Juli nach langer schwerer Krankheit. Statt Blumen gingen sehr viele Spenden zu Gunsten von AMNESTY INTERNATIONAL ein.

Durch Christel Friedrichs Tod war die Sorge sehr groß, dass unsere Gruppe sich langsam auflösen würde. Wir saßen plötzlich nur noch zu dritt am Tisch. Uns wurde klar, dass wir Neuerungen brauchen: Wir konnten diese Gruppe, die seit 25 Jahren besteht, nicht sterben lassen. Das sind wir Christel schuldig.

Wir beschlossen, unsere Gruppentreffen an einen Ort zu verlegen, an dem wir mehr in der Öffentlichkeit präsent sind. Wir fanden eine neue Heimat in der Kreisvolkshochschule Gifhorn. Wir sind nun auch im KVHS-Katalog als Arbeitsgemeinschaft AMNESTY INTERNATIONAL vertreten. Für die neue Heimat bedanken wir uns sehr herzlich bei der KVHS.

Unser Fall der jungen Mutter Bilqis Bano aus Gujarat, Indien, ruht seit Beginn des Jahres. Es wurden 14 Verdächtige zu hohen Haftstrafen verurteilt. Deshalb beschlossen wir, eine neue Fallakte zu übernehmen. Wir bekamen eine Akte aus Laos, wo fünf Protestler seit zehn Jahren inhaftiert sind. Vor zehn Jahren wurden sie verhaftet, als sie gerade Poster entrollten. Sie verschwanden mehrere Jahre. Erst durch intensive Befragung einer laotischen Delegation, die das Europäische Parlament besuchte, erfuhr man, dass alle fünf Protestler zu zehn Jahren Haft verurteilt worden waren. Einer der Inhaftierten soll bereits durch Folter verstorben sein. AMNESTY INTERNATIONAL betrachtet die Inhaftierten als gewaltlose politische Gefangene und fordert die sofortige und bedingungslose Freilassung. Wir verleihen dieser Forderung Nachdruck durch intensives Briefeschreiben an die laotische Regierung, europäische und deutsche Politiker, Menschenrechtsbeauftragte, etc.

Christel Friedrich war seit Beginn ihrer Mitgliedschaft bei AI verantwortlich für die Pressearbeit. Durch intensive Mundpropaganda konnten wir Petra Otte als Nachfolgerin gewinnen. Darüber sind wir sehr dankbar und glücklich.

Ende April waren Christel Friedrich und ich an der Realschule Meinersen in zwei Klassen, wo wir den Unterricht gestalten durften und über die Arbeit von AMNESTY INTERNATIONAL berichteten. Wir suchen nun jemanden, der bereit und interessiert ist, Jugend- und Erwachsenenbildung mit mir zusammen durchzuführen. Wir gehen in Klassen ab Jahrgang 7 bis in die Erwachsenenbildungseinrichtungen. Konkret haben wir die Anfrage einer 12. Klasse des Theodor-Heuss-Gymnasiums in Wolfsburg.

Auch in diesem Jahr standen wir regelmäßig in der Fußgängerzone mit unserem Infotisch. Doch wir mussten feststellen, dass die Spendenbereitschaft der Bevölkerung massiv zurückgegangen ist. Manchmal bekamen wir das Porto für die unterschriebenen Appellbriefe nicht durch Spenden zusammen.

Im April luden wir unsere UA-Schreiber aus Gifhorn und Wolfsburg zu einem Info- und Austauschabend ins Speicherhof-Café ein. Dieser Abend war sehr gut besucht und sehr anregend, so dass wir beschlossen haben, dies jährlich zu wiederholen.

Unser Höhepunkt des Jahres war das Benefiz-Konzert "Just like Johnny Cash" mit Heinrich Wulfes in der Scheune des Deutschen Hauses am Vorabend des 6. Todestages von Johnny Cash am 11. September. Wir mussten sogar Gäste wegen Überfüllung abweisen. Das Konzert war sehr schön und berührend. Heinrich Wulfes zog die Zuhörer in seinen Bann und machte aus dem Konzert ein einmaliges Erlebnis. Die Gäste zollten dies mit sehr großzügigen Spenden.

Silke Schnau
(Gruppensprecherin)


2010

Wir treffen uns bereits seit mehr als einem Jahr in der Kreisvolkshochschule Gifhorn. Wir haben dort eine neue Heimat gefunden und fühlen uns sehr wohl.

Und es fand bereits die erste gemeinsame Veranstaltung statt. Am 4. Juni 2010, 19 Uhr, eröffneten wir eine Ausstellung in der KVHS:

Indien - ein Land der Kontraste

Durch diese Ausstellung wurde auf die Lebensumstände der Adivasi, den Ureinwohnern Indiens, aufmerksam gemacht. Die Gewinnung von Rohstoffen führt oftmals zur Zerstörung der Natur, und es kommt zur Vertreibung der Adivasi aus ihren angestammten Gebieten. Gezeigt wurden Fotografien über die Lebensumstände der Adivasi, den Kohletagebau und seine Auswirkungen auf die Umwelt. Darüber hinaus wurden Exponate der Kunst der Adivasi-Frauen in Hazaribagh, Indien, gezeigt. Dr. Johannes Laping aus Heidelberg erläuterte in einem Vortrag diese Thematik. Diese Ausstellung konnten wir dann auch noch in der Bürgerhalle in Wolfsburg zeigen. An beiden Orten fand die Ausstellung großen Anklang und regte zu Diskussionen unter den Gästen an.

Seit nun mehr als einem Jahr bearbeiten wir die Fallakte "Die fünf Protestierer in Laos". Vor mehr als zehn Jahren wurden sie verhaftet, als sie gerade Poster entrollten. Sie verschwanden mehrere Jahre. Erst durch intensive Befragung einer laotischen Delegation, die das Europäische Parlament besuchte, erfuhr man, dass alle fünf Protestierer zu zehn Jahren Haft verurteilt worden waren. Einer der Inhaftierten soll durch Folter verstorben sein. AMNESTY INTERNATIONAL betrachtet die Inhaftierten als gewaltlose politische Gefangene und fordert die sofortige und bedingungslose Freilassung. Wir verleihen dieser Forderung Nachdruck durch intensives Briefeschreiben an die laotische Regierung, europäische und deutsche Politiker, Menschenrechtsbeauftragte, etc. Leider haben wir bis heute noch nicht eine Reaktion auf unsere Briefe erhalten. Unsere Gruppe sucht interessierte Personen, die diese Fallakte betreuen und daran mitarbeiten.

Bei unserer Beteiligung an der Messe Seniora Anfang Oktober sammelten wir gemeinsam mit der Braunschweiger und der Hankensbütteler Gruppen Unterschriften unter einer Petitionsliste für die laotischen Protestierer. Die Zielmarke von 2000 Unterschriften wurde bis Anfang Oktober erreicht und nun sind die Petitionslisten von der Braunschweiger Gruppe dem Botschafter von Laos in Berlin übergeben worden.

Der Zufall wollte es, dass gleich drei Gruppen aus unserem Bezirk die gleiche Fallakte bearbeiten. Diesen Zufall nutzten wir, um zeitgleich am Tag der Menschenrechte, dem 10. Dezember 2010 um 19.30 Uhr in Braunschweig, Gifhorn und Hankensbüttel den Film zu zeigen: "Amerikas geheimer Krieg in Laos - die größte Militäroperation der CIA".

Christel Friedrich und ich waren zuständig für die Menschenrechtsbildung. Nach ihrem Tod konnte ich Katrin Thiele als Nachfolgerin gewinnen. Darüber sind wir sehr dankbar und glücklich.

Katrin Thiele und ich haben uns ein neues Programm für Schulen und sonstige interessierte Gruppen erarbeitet und sind damit schon erfolgreich in fünf Schulklassen und einem Sozialclub gewesen. Wir gehen in Klassen ab Jahrgang 7 bis in die Erwachsenenbildungseinrichtungen. Wenn Sie Interesse an unserem Besuch haben, so können Sie sich bei mir melden.

Auch in diesem Jahr standen wir regelmäßig in der Fußgängerzone mit unserem Infotisch. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Ihnen für Ihre finanzielle Unterstützung. Wir verwenden diese ausschließlich für Porto und Material.

Im April luden wir unsere UA-Schreiber aus Gifhorn und Wolfsburg zu einem Info- und Austauschabend in die Kreuzkirche in Wolfsburg ein. Dieser Abend war sehr gut besucht und sehr anregend, wir konnten zwei neue Briefschreiber gewinnen.

Silke Schnau
(Gruppensprecherin)


2011

Dieses Jahr stand ganz im Zeichen des 50. Geburtstags von AI. Diesen Geburtstag läuteten wir mit einem Benefizkonzert mit „Vier mit Klavier“ ein. Am 15. Januar diesen Jahres begeisterte die A-Capella-Formation mit Liedern der „Comedian Harmonists“ die Zuhörer der bis auf den letzten Platz besetzten Scheune des Deutschen Hauses. Wir erhielten 900€ Spenden. Vielen Dank!

Nach dem wir die Fallakte „Die fünf Protestierer in Laos“ abgegeben haben, übernahmen wir eine neue Fallakte. Diese Fallakte beschäftigt sich mit den Dörfern Haddidiya und Humsa im Jordantal in den von Israel besetzten Gebieten Die Bewohner dieser Dörfer werden regelmäßig von der israelischen Armee drangsaliert, ihre Gebäude und landwirtschaftliche Nutzungsflächen zerstört und ihnen wird der freie Zugang zu Wasser verweigert.

AMNESTY INTERNATIONAL betrachtet dieses Verhalten der israelischen Armee als Missachtung des Rechtes auf Bewegungsfreiheit, Eigentum, angemessenen Lebensstandard und das Recht auf Wasser. Wir verleihen dieser Forderung Nachdruck durch intensives Briefeschreiben an die israelische Regierung, europäische und deutsche Politiker, Menschenrechtsbeauftragte, etc. Leider haben wir bis heute noch nicht eine Reaktion auf unsere Briefe erhalten. Unsere Gruppe sucht interessierte Personen, die diese Fallakte betreuen und daran mitarbeiten.

Am 27. Mai eröffneten wir im Gifhorner Rathaus die Ausstellung „50 Jahre AMNESTY INTERNATIONAL“ zum 50. Geburtstag AI´s. Diese Ausstellung wurde nach Aussagen des Rathauses von vielen Besuchern bewundert, unter anderem auch vom Ministerpräsidenten McAllister.

Auch in diesem Jahr standen wir regelmäßig in der Fußgängerzone mit unserem Infotisch. Am 28. Mai 2011 begingen wir den 50. Geburtstag Ais mit einem Geburtstags-Infotisch, an dem wir mit Rotwein (Traubensaft) auf die Freiheit anstießen. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Ihnen für Ihre finanzielle Unterstützung. Wir verwenden diese ausschließlich für Porto und Material.

Im August machte die Radtour für Menschenrechte eine kleine Rast in Gifhorn. Sie tankte Kraft an einem Infostand am Döpkebrunnen, sammelte Unterschriften und Spenden, bevor sie sich wieder auf den Weg an der Aller entlang in Richtung Magdeburg machte.

Silke Schnau
(Gruppensprecherin)


2012

auch dieses Jahr möchten wir dem zu Ende gehenden Jahr Rechnung tragen und Ihnen über die Arbeit der AMNESTY-Gruppe Gifhorn berichten.

Unsere Fallakte, die sich mit den Dörfern Haddidiya und Humsa im Jordantal in den von Israel besetzten Gebieten beschäftigt, hat uns immer noch im Griff. Die Bewohner dieser Dörfer werden regelmäßig von der israelischen Armee drangsaliert, ihre Gebäude und landwirtschaftlichen Nutzungsflächen zerstört und ihnen wird der freie Zugang zu Wasser verweigert.

AMNESTY INTERNATIONAL betrachtet dieses Verhalten der israelischen Armee als Missachtung des Rechtes auf Bewegungsfreiheit, Eigentum, angemessenen Lebensstandard und das Recht auf Wasser. Wir verleihen dieser Forderung Nachdruck durch intensives Briefeschreiben an die israelische Regierung, europäische und deutsche Politiker, Menschenrechtsbeauftragte, etc. Leider ist die Reaktion auf unsere Briefe sehr spärlich, im Frühjahr erhielten wir doch Antworten. Aber die jetzige Auseinandersetzung zwischen Israel und den besetzten Gebieten ist beunruhigend und scheint unserer Fallakte nicht förderlich zu sein. Unsere Gruppe sucht interessierte Personen, die diese Fallakte betreuen und daran mitarbeiten.

Am 7. Mai eröffneten wir im Kavalierhaus die Ausstellung "Ai Weiwei - ein Künstler, der nicht schweigen kann". Die Vernissage war sehr gut besucht. Diese Ausstellung wurde nach Aussagen des Kavalierhauses von vielen Besuchern bewundert.

Auch in diesem Jahr standen wir regelmäßig in der Fußgängerzone mit unserem Infotisch.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Ihnen für Ihre finanzielle Unterstützung. Wir verwenden diese ausschließlich für Porto und Material.

Silke Schnau
(Gruppensprecherin)


2013

Unsere Fallakte beschäftigt sich nach wie vor mit den Dörfern Hadidiya und Humsa im Jordantal in den von Israel besetzten Gebieten.

Am 8. März 2013 fand im Saal der Kreismusikschule in Gifhorn ein Frühjahrskonzert zu Gunsten von AMNESTY INTERNATIONAL statt. Die Schüler der Kreismusikschule gaben ein engagiertes und wunderschönes Konzert, das uns ca. 150€ Spenden einbrachte. Wir danken auf diesem Wege den Schülern der Kreismusikschule für die Bereitschaft, für AMNESTY INTERNATIONAL ein Benefizkonzert zu geben.

Auch in diesem Jahr standen wir regelmäßig in der Fußgängerzone mit unserem Infotisch. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Ihnen für Ihre finanzielle Unterstützung. Wir verwenden diese ausschließlich für Porto und Material.

Die Gifhorner Amnesty-Gruppe feiert nächstes Jahr ihr 30jähriges Bestehen. Auf Initiative von Klaus von der Ohe, Lehrer am Otto-Hahn-Gymnasium wurde am 1. Juni 1984 in Gifhorn die Gruppe 1181 von Amnesty International gegründet. Mitbegründer waren das Ehepaar Schreiter, Jürgen Beckmann, Marc Bonnet, der damalige Leiter des Kulturvereins und einige Schüler des OHG. Als erste Gruppensprecherin wurde Ulla Schreiter-Antonius gewählt.

Seitdem hat die Gruppe viele Fallakten bearbeitet, viele Aktionen, Benefizkonzerte, Veranstaltungen organisiert, viele, viele Stunden mit Infotischen in der Fußgängerzone gestanden. Die Gruppenstärke schwoll an und nahm wieder ab. Doch seit dreißig Jahren ist eine Gruppe von Amnesty International in Gifhorn aktiv.
Dies wollen wir feiern.

Silke Schnau
(Gruppensprecherin)


2014

Die derzeitihen Auseinandersetzung zwischen Israel und den besetzten Gebieten ist beunruhigend und scheint unserer Fallakte, die sich mit den Dörfern Hadidiya und Humsa im Jordantal in den von Israel besetzten Gebieten beschäftigt, nicht förderlich zu sein. Wir erhalten keine Reaktionen auf unsere Briefe. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, eine weitere Fallakte anzunehmen, bei der wir glauben, mehr Kontakt und Reaktionen zu bekommen. Zur Zeit sind wir in der Sondierungsphase.

Am 14. März 2014 fand im Saal der Kreismusikschule in Gifhorn ein Frühjahrskonzert zu Gunsten von AMNESTY INTERNATIONAL statt. Die Schüler der Kreismusikschule gaben ein engagiertes und wunderschönes Konzert, das uns ca. 200€ Spenden einbrachte. Wir danken auf diesem Wege den Schülern der Kreismusikschule für die Bereitschaft, für AMNESTY INTERNATIONAL ein Benefizkonzert zu geben.

Auch in diesem Jahr standen wir regelmäßig in der Fußgängerzone mit unserem Infotisch. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Ihnen für Ihre finanzielle Unterstützung. Wir verwenden diese ausschließlich für Porto und Material.

Die Gifhorner Gruppe von Amnesty International feierte dieses Jahr ihr dreißigjähriges Bestehen mit sichtbaren Zeichen:

Mitte Mai begannen die Mitglieder der Gruppe und viele Strickbegeisterte, die Bäume der Fußgängerzone durch Strick-Graffiti in Kerzen zu verwandeln. Damit sollte die Kerze dargestellt werden, die Amnesty International symbolisiert und gleichzeitig sollten es Geburtstagskerzen sein. Daß fast alle Bäume ein Gewand trugen, ist der Begeisterung der vielen Strickerinnen geschuldet, die uns dankenswerter Weise geholfen haben. Somit ergab sich ein geschlossenes Bild.




Die Bäume vor der Nikolaikirche


An jedem Baum war abwechselnd eine aktuelle Urgent Action und ein Erfolg von Amnesty International angebracht. Man konnte beobachten, wie sich die Passanten von Baum zu Baum wandelten, um die Texte zu lesen.

Bis Mitte August zierten die Gestricke die Bäume. Als alles wieder abgenommen wurde, äußerten viele Passanten ihr Bedauern, dass nun die Bäume wieder ohne Kleid seien. Die Gestricke werden in Isenbüttel am Radweg entlang der Riede wieder verwendet.

Ein Tag nach Anbringen der Baumkleider eröffnete die Gruppe die Ausstellung "Wände des Widerstands" im Gifhorner Rathaus. "Wände des Widerstands" ist eine Ausstellung über StreetArt und Menschenrechte in Ägypten. Hier wurden und werden immer noch Proteste gegen die Staatsmacht in Form von Graffiti an Wände und Mauern gesprüht.

Am 25. Januar 2011 begannen in Ägypten Massendemonstrationen gegen Präsident Hosni Mubarak. Die Polizei und Schlägertrupps gingen mit massiver Gewalt gegen überwiegend friedliche Proteste vor. Doch 18 Tage später trat Mubarak zurück. Mehr als 840 Menschen starben während des Aufstandes. Der Oberste Militärrat unter Leitung von Mohammed Hussein Tantawi übernahm die Macht. Tantawi versprach, die Menschrechte zu achten, aber trotzdem wurden weiterhin Protestierende verprügelt und erschossen. Tausende wurden vom Militärgericht in einem unfairen Schnellverfahren zu langen Haftstrafen verurteilt. Doch die Ägypter ließen sich ihre erkämpfte Freiheit nicht mehr nehmen. Um ihre Forderungen kund zu tun und ihre Rechte einzufordern, griffen sie unter anderem zu einem für alle sichtbaren Medium: Graffiti.

"Wir nutzen Graffitis als ein "Ersatzmedium", da die eigentlichen Medien kontrolliert werden und sie nicht alles sagen können", sagt Ammaar Mustaphattli, einer der vielen Straßenkünstler. Dafür greifen sie zu verschiedenen Stilmitteln: kunstvolle Wandgemälde, schnell gesprühte Sprüche, per Schablone gesprühte "Stencils", Malereien mit altägyptischen Motiven. Viele Graffitis wurden und werden immer noch durch die Behörden übertüncht und sind nicht mehr im Original zu sehen. Es entstehen aber immer neue. So legt sich eine Schicht von Bilder und Botschaften über die nächste.




Impression der Ausstellung "Wände des Widerstands"


Die Bloggerin Soraja Morajef verfolgt akribisch seit 2011 das revolutionäre und künstlerische Treiben und veröffentlicht regelmäßig neue Fotos. Diese Fotos sind hier zu sehen. Die Ausstellung beleuchtet viele Aspekte des Protestes, wie z. B. die gezielten Schüsse auf die Augen der Protestierenden, die Gewalt an den weiblichen Protestierenden, die umstrittenen Machtwechsel und vieles mehr.

Diese Ausstellung kann nach den jetzigen Ereignissen mit großer Wahrscheinlichkeit um ein vielfaches erweitert werden. Denn die Ereignisse überschlagen sich weiterhin. Die Ära Murssi ist mit Gewalt beendet worden. Eine Verfassung löst die andere ab. In unfairen Schnellverfahren werden Todesurteile und Haftstrafen gegen hunderte Angeklagte verhängt. Ägypten kommt nicht zur Ruhe und so sind die Spraydosen weiterhin im Einsatz.

Unser Dank gilt der Duisburger Gruppe, die uns die Ausstellung ausgeliehen hat, denn sie ist schon lange vergriffen.

Zum Ende unseres Jubiläumsjahres gab Heinrich Wulfes ein Benefizkonzert zu Gunsten Amnesty International. Mit Countryklängen von Johnny Cash warb Wulfes für die Menschenrechte und schenkte den Gästen einen unvergesslichen Abend. Dafür danken wir Heinrich Wulfes sehr herzlich.

Mit diesem kleinen Rechenschaftsbericht möchten wir den Helfern und Freunden von AI Gifhorn, den Briefschreibern, Übersetzern, Förderern und denjenigen, die uns mit Spenden und Unterschriften unter unseren Appellbriefe immer wieder unterstützt haben, herzlich Danke sagen.

Silke Schnau
Gruppensprecherin


2015

Die Fallakte, in der wir die Dörfer Hadidiya und Humsa im Jordantal in den von Israel besetzten Gebieten betreuen, hat nichts Neues ergeben. Auf unsere Briefe erhalten wir keine Antworten.

Wir haben eine weitere Fallakte angenommen, in der es um den Chemieunfall und dessen Folgen in Bhopal geht. In dieser Fallakte fordert AI die verantwortlichen Unternehmen auf, endlich das Fabrikgelände zu reinigen. Noch immer ist das Gelände in dem Zustand, wie es nach dem Unfall vor 31 Jahren verlassen wurde. Giftstoffe gelangen in das Grundwasser. Die Überlebenden und deren Nachfahren leiden an den Folgen, behinderte Kinder werden geboren. Die medizinische Versorgung ist schlecht. AI fordert die indische Regierung auf, für eine angemessene medizinische Versorgung zu sorgen.

Auch in diesem Jahr standen wir regelmäßig in der Fußgängerzone mit unserem Infotisch. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Ihnen für Ihre finanzielle Unterstützung. Wir verwenden diese ausschließlich für Porto und Material.

Von Ende November bis kurz vor Weihnachten veranstalteten wir einen Briefmarathon in der Stadtbücherei Gifhorn, dem Bürgerbüro Gifhorn, der Kreisvolkshochschule Gifhorn und der Bücherei Isenbüttel. Dort konnten Briefe an den indischen Präsidenten Modi in Sache Bhopal unterschrieben werden.

Silke Schnau
(Gruppensprecherin)


2016

Die Fallakte, in der wir die Dörfer Hadidiya und Humsa im Jordantal in den von Israel besetzten Gebieten betreuen, hat nach wie vor nichts Neues ergeben. Auf unsere Briefe erhalten wir keine Antworten.

Auch bei unserer zweiten Fallakte hat sich nichts Neues ergeben. In dieser Fallakte, in der es um die Nachwirkungen des Chemieunglücks in Bhopal, Indien im Jahr 1984 geht, fordert AI die verantwortlichen Unternehmen auf, endlich das Fabrikgelände zu reinigen. Noch immer ist das Gelände in dem Zustand, wie es nach dem Unfall vor 32 Jahren verlassen wurde. Giftstoffe gelangen in das Grundwasser. Die Überlebenden und deren Nachfahren leiden an den Folgen, behinderte Kinder werden geboren. Die medizinische Versorgung ist schlecht. AI fordert die indische Regierung auf, für eine angemessene medizinische Versorgung zu sorgen.

In diesem Jahr standen wir regelmäßig in der Fußgängerzone mit unserem Infotisch. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Ihnen für Ihre finanzielle Unterstützung. Wir verwenden diese ausschließlich für Porto und Material.

Am Samstag, den 22. November um 18 Uhr veranstaltete die Gruppe Gifhorn von AI ein Benefizkonzert in der Ev.- luth. Kirche St. Nicolai- und Catharinen in Wahrenholz. Unter dem Titel "Flucht und Vertreibung" sang der Gospelchor der Kirchengemeinde Wahrenholz zu Gunsten AI´s. Wir, die Mitglieder von AI verlasen zwischen den Liedern Texte, aktuelle Fakten und Zahlen zur weltweiten Flüchtlingssituation und zwei syrische Flüchtlinge berichten von ihrer Flucht. Das Konzert war gut besucht und wir haben eine reichhaltige Spende erhalten. Herzlichen Dank!

Am Samstag, den 10. Dezember von 10.30 bis 12.30 Uhr, dem Tag der Menschenrechte, waren wir gemeinsam mit dem Bündnis Bunt statt Braun mit einen Infostand in der Nähe des Ziegendenkmals präsent.

Silke Schnau
(Gruppensprecherin)