"Dies ist keine Kunstausstellung, sondern eine Demonstration"

Dietrich Wegner und Amnesty International zeigen Bilder gegen Unrecht und Gewalt in der Stadtbibliothek

Lebenstedt, 10.05.2005 - Zu welchen Gräueltaten die NS-Diktatur und damit Menschen fähig waren, zeigen die Medien zum 60-jährigen Kriegsende noch einmal in aller Deutlichkeit. Sie zeigen, was Leid bedeutet.

Doch für sehr viele Menschen auf der Welt gehören Schmerz, Verzweiflung und Trauer noch immer zum Alltag. Menschenrechtsverletzungen sind nicht Vergangenheit, sondern Gegenwart. Um gegen das Vergessen dieser Tatsache anzukämpfen, eröffnete Dr. Dietrich Wegner in Zusammenarbeit mit Amnesty International (ai) Salzgitter seine Ausstellung "Nein! - Bilder gegen Unrecht und Gewalt" in der Stadtbibliothek Salzgitter.

"Dies ist keine Kunstausstellung, sondern eine Demonstration. Hoffnung besteht, solange wir protestieren können", sagte Dr. Wegner. Seine 30 Grafiken seien Bilder gegen das Vergessen. Sie zeigen Verletzungen der Menschenrechte wie Folter, Deportation, Polizeiwillkür und Hunger. Wegner wies darauf hin, dass sich all dieses Unrecht einmal zugetragen habe.

"Die Opfer sind weiß geblieben - in der Farbe der Unschuld", erläutert er seinen Malstil. Der Hintergrund ist farblich einheitlich, der vorherrschenden Stimmung angepasst. Für die Motive betrieb Wegner, der eigentlich Tierarzt ist und Malen als eine Passion ansieht, viel Recherche. Fotos aus Krisengebieten dienten zum Teil als Grundlage für die Skizzen.

"Wir fragen uns immer, was können wir schon gegen die Willkür von ganzen Staaten tun", greift Christa Christlieb, Sprecherin der Salzgitteraner ai-Gruppe, den weit verbreiteten Irrglauben auf. "Dr. Wegner tut etwas, er gibt den täglichen Meldungen Ausdruck.

"Er zeigt, dass man nicht gewillt ist, nur zuzusehen", fügt sie hinzu. Die Bilder sind eindringlich und wirkungsvoll. Ausdrucksstarke Gesichter zeugen von Schmerz und Trauer. Die erläuternden Texte unter den Werken sind kaum zur Erklärung notwendig. Diese Bilder rütteln auf. regen zum Nachdenken an. "Deswegen sind alle Schulklassen auch herzlich eingeladen, vorbeizuschauen und sich ein Bild zu machen", sagte Christlieb.

[Salzgitter Zeitung]




amnesty-Ausstellung

15.05.2005 - Den Betrachter aufrütteln, ihn zum Handeln auffordern. Das sind die Beweggründe von Dietrich Wegner, der zusammen mit der lokalen amnesty-international-Gruppe (ai) die Ausstellung "Bilder gegen Unrecht und Gewalt" am vergangenen Sonntag in der Stadtbibliothek in Lebenstedt eröffnet hat.

Wegner legt mit seinen eindrucksvollen Zeichnungen, die Schmerzen, Qualen, Verzweiflung und Trauer ausdrücken, Zeugnis ab von den vielfältigen Menschenrechtsverletzungen, von denen man tagtäglich in den Medien erfährt. Im Gegensatz zu vielen anderen, die angesichts solcher Gräueltaten resignieren, zeigt Wegner, dass es durchaus Mittel und Wege gibt, Widerstand zu leisten.

"Gerade in diesen Tagen, in denen wir uns an den 60. Jahrestag des Endes der Nazidiktatur erinnern, geht uns diese Ausstellung etwas an," meint Christa Christlieb, Sprecherin der ai-Gruppe Salzgitter. "Die Vergangenheit muss uns eine stete Mahnung sein, schließlich ist es erst sechs Jahrzehnte her, dass auch unsere Justiz zur Staatswillkür beigetragen hat, ganz abgesehen von der jüngsten Vergangenheit des SED-Regimes."

Die ai-Gruppe hofft, dass möglichst viele Schulklassen diese Ausstellung zum Anlass nehmen, über Menschenrechtsabkommen, Demokratie und Menschenwürde nachzudenken.

[Salzgitter am Sonntag]


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